Ein Elektroauto ist der ideale Abnehmer für Solarstrom: Es braucht viel Energie, aber selten zu einem festen Zeitpunkt. Der Solarmanager nutzt diesen Spielraum – und zieht dazu den Ladestand direkt aus dem Fahrzeug.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Die Ladeleistung wird nicht im Auto eingestellt, sondern von der Wallbox vorgegeben – sie signalisiert dem Fahrzeug, wie viel Strom es ziehen darf. Die Fahrzeug-Anbindung liefert die Information, die der Wallbox fehlt: den Ladestand.
Lokal
Liefert Erzeugung und Hausverbrauch – etwa Huawei per Modbus TCP oder SMA. Daraus entsteht der Überschuss.
Lokal
Setzt den Ladestrom um, stufenlos ab 6 A – zum Beispiel ein go-e Charger oder eine Wallbox mit OCPP 1.6.
Cloud
Liefert den aktuellen Ladestand des Fahrzeugs für die Planung. Optional – Überschussladen läuft auch ohne.
Diese Aufteilung hat einen praktischen Vorteil: Die Leistungsregelung bleibt vollständig lokal. Ist die Tesla-Cloud gerade nicht erreichbar, lädt der Solarmanager weiter nach Überschuss und rechnet nur ohne den exakten Ladestand.
Voraussetzung ist ein Konto auf tesla.com, in dem das Fahrzeug hinterlegt ist.
Das ist der aufwendigste Teil und der Grund, warum die Tesla-Anbindung mehr Arbeit macht als eine Wallbox im eigenen Netz: Die Fleet API lässt nur Anfragen von Anwendungen zu, die bei Tesla registriert sind. Zwei Wege führen dorthin.
A) Eigene Anwendung
Im Tesla-Entwicklerportal (developer.tesla.com) eine Anwendung registrieren, Client-ID und Client-Secret erzeugen und den öffentlichen Schlüssel unter einer eigenen Domain bereitstellen. Mehr Aufwand, dafür unabhängig von Dritten.
B) Drittanbieter-Token
Ein Dienst, der selbst eine registrierte Fleet-API-Anwendung betreibt, stellt den Refresh-Token aus. Schnell eingerichtet – dafür hängt der Zugriff an einem weiteren Anbieter.
Tesla kann für die Nutzung der Fleet API Gebühren erheben; die aktuellen Konditionen stehen im Entwicklerportal.
Beide Werte werden im Solarmanager je Fahrzeug hinterlegt. Der Refresh-Token wird danach automatisch erneuert – ein Passwort speichert der Solarmanager nicht.
Zum Schluss das Fahrzeug auswählen – der Ladestand wird ab dann automatisch abgefragt und in die Ladeplanung übernommen.
Neben Tesla lassen sich BMW, Hyundai, Kia, Mercedes-Benz, Renault sowie die Stellantis-Marken Opel, Peugeot, Citroën und DS anbinden. Details unter unterstützte Fahrzeuge.
Ohne Ladestand kann der Solarmanager nur reagieren: Ist Überschuss da, wird geladen. Mit Ladestand kann er rechnen – und das verändert das Verhalten an genau den Tagen, an denen reines Überschussladen versagt.
Du willst morgens um sieben mit 80 % losfahren. Der Solarmanager kennt den Ist-Stand, die PV-Prognose für den Rest des Tages und die verbleibende Zeit. Reicht die Sonne nicht, lädt er rechtzeitig aus dem Netz nach – bei dynamischem Tarif bevorzugt in den günstigen Stunden.
Statt die Zeit jeden Abend manuell zu setzen, kann die Ladeplanung Termine aus einem Kalender übernehmen. Steht am Dienstag früh ein Termin an, ist das Auto vorher voll.
Weil der Solarmanager beide Ladestände kennt – Fahrzeug und Batteriespeicher – lässt sich über die Prioritätenliste sauber entscheiden, wer den Überschuss zuerst bekommt.
Wie diese Vorausplanung im Detail funktioniert, steht unter optimiertes Laden.
Geregelt wird die Wallbox – sie gibt dem Fahrzeug vor, wie viel Strom es ziehen darf. Die Tesla-Anbindung dient dazu, den Ladestand aus dem Fahrzeug zu lesen und in die Ladeplanung einzubeziehen. Das Zusammenspiel ist bewusst so aufgeteilt: Die Leistungsregelung läuft lokal über die Wallbox und funktioniert auch dann, wenn die Fahrzeug-API gerade nicht erreichbar ist.
Nötig ist ein Tesla-Account mit registriertem Fahrzeug – und ein Zugang zur Tesla Fleet API, denn diese nimmt nur Anfragen von Anwendungen an, die bei Tesla registriert sind. Dafür registrierst du entweder selbst eine Anwendung im Tesla-Entwicklerportal (Client-ID, Client-Secret und ein öffentlicher Schlüssel unter eigener Domain) oder du verwendest den Refresh-Token eines Drittanbieter-Dienstes, der eine solche Anwendung betreibt. Client-ID und Refresh-Token trägst du im Solarmanager ein und wählst anschließend das Fahrzeug aus. Ein Passwort speichert der Solarmanager nicht.
Für den eigenständigen Weg ja: Die Fleet API akzeptiert nur registrierte Anwendungen, und die Registrierung erfolgt im Tesla-Entwicklerportal. Dort erhältst du Client-ID und Client-Secret und musst zusätzlich einen öffentlichen Schlüssel unter einer eigenen Domain bereitstellen. Wer diesen Aufwand nicht betreiben will, kann stattdessen den Refresh-Token eines Drittanbieter-Dienstes nutzen, der eine registrierte Anwendung betreibt – dann entfällt das eigene Entwicklerkonto, der Zugriff hängt aber an diesem Anbieter.
Ja, denn die Fleet API ist eine Cloud-Schnittstelle von Tesla. Die eigentliche Überschussregelung braucht dagegen kein Internet: Wechselrichter und Wallbox werden lokal angesprochen. Fällt die Internetverbindung aus, lädt der Solarmanager weiter nach Überschuss und rechnet lediglich ohne den exakten Ladestand aus dem Fahrzeug.
Ja. Ohne Fahrzeug-API rechnet der Solarmanager mit den Kilowattstunden, welche die Wallbox geladen hat. Überschussladen funktioniert damit vollständig; lediglich Funktionen, die den exakten Ladestand brauchen – etwa das Erreichen eines Ziel-Ladestands bis zu einer festen Abfahrtszeit – arbeiten dann mit einer Schätzung statt mit dem Ist-Wert.
Der Solarmanager ist kostenlos und läuft lokal auf einem Raspberry Pi oder in Docker.