Die Ertragsprognose ist Grundlage jeder Planung: Speicher jetzt oder später laden? Auto nachts aus dem Netz oder morgen mit Sonne? Diese Seite zeigt, wie die Prognose entsteht, wie verlässlich sie ist und wie daraus ein Tagesplan wird.
Für die Steuerung zählt nicht die Tagessumme, sondern die Verteilung. 20 kWh in vier Mittagsstunden erfordern ein anderes Vorgehen als 20 kWh von 8 bis 18 Uhr. Der Solarmanager rechnet deshalb stündlich.
Über den einzelnen Tag hinaus gibt es die Wochensicht: sieben Tage Wetter mit dem daraus erwarteten Ertrag. Im Tagesdetail stehen Peak-Leistung, Sonnenstunden, Bewölkung und Niederschlag neben der Ertragskurve – nützlich, um etwa den Waschtag oder die Ladung eines zweiten Fahrzeugs auf den passenden Tag zu legen.
Eine brauchbare Vorhersage braucht drei Zutaten. Die ersten beiden liefern Physik und Wetterdienst, die dritte kann nur die eigene Anlage beisteuern.
Sonnenstand und Einstrahlwinkel lassen sich für jeden Zeitpunkt exakt berechnen. Daraus ergibt sich die theoretische Obergrenze bei wolkenlosem Himmel – je String getrennt, denn eine Ost-West-Anlage hat zwei Tagesspitzen statt einer.
Ausrichtung, Neigung und Leistung je String musst du nicht kennen. Der Knopf „Strings aus Messdaten ermitteln“ in den Einstellungen der PV-Anlage berechnet sie aus den eigenen Messwerten und der Satelliten-Einstrahlung:
Voraussetzungen:
Aktuelle Wettermodelle liefern Bewölkungsgrad und Strahlungswerte für den Standort. Optional lässt sich zusätzlich der spezialisierte Dienst Solcast einbinden, der auf Satellitendaten beruht und für die nächsten Stunden meist präziser ist.
Der Solarmanager vergleicht laufend Vorhersage und gemessenen Ertrag und korrigiert das Modell auf die eigene Anlage. Der Baum, der ab halb vier Uhr nachmittags den Süd-String beschattet, taucht in keinem Wettermodell auf – in den eigenen Messdaten schon. Dasselbe gilt für Verschmutzung, Alterung und das Teillastverhalten des Wechselrichters.
So erkennt der Solarmanager Verschattung:
Ohne Internet: Punkt 1 und 3 funktionieren offline. Fällt die Verbindung aus, rechnet das System mit Sonnenstand und Messhistorie weiter – gröber als mit aktuellen Wetterdaten, aber die Steuerung bleibt handlungsfähig. Mehr zum lokalen Betrieb.
Eine einzelne Zahl täuscht Genauigkeit vor, die es an wechselhaften Tagen nicht gibt. Aussagekräftiger ist die Bandbreite: P90 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit übertroffen, P10 nur selten erreicht. Liegen beide eng beieinander, ist der Tag berechenbar – klaffen sie auseinander, plant man besser konservativ.
Der Vergleich über Wochen zeigt, wie genau die Prognose für die eigene Anlage ist und wie viel Reserve die Planung braucht.
Die Prognose sagt, wie viel Strom kommt. Die Simulation sagt, was damit passiert. Sie legt die erwartete Erzeugungskurve über den geplanten Verbrauch und rechnet den Tag durch: wann die Wallbox lädt, wann der Speicher gefüllt wird, wann eingespeist wird und wann Netzbezug nötig ist.
Derselbe Mechanismus beantwortet die Frage nach dem richtigen Startzeitpunkt für große Verbraucher. Wann lohnt sich die Spülmaschine, wann die Waschmaschine, wann der Herd? Die Verbraucher-Prognose markiert die Fenster, in denen genug Überschuss zu erwarten ist – und verschiebt sie, wenn die Wallbox in denselben Stunden Vorrang hat.
Für die reine Überschussregelung genügt die Messung im Moment. Gebraucht wird die Prognose überall dort, wo eine Entscheidung heute die Bilanz von morgen bestimmt.
An stabilen Wetterlagen – klarer Himmel oder geschlossene Bewölkung – liegt eine Tagesprognose meist nah am gemessenen Ertrag. Schwierig sind Wechselhaftigkeit, Hochnebel und Gewitterlagen: Dann entscheidet sich innerhalb einer Stunde, ob der Ertrag halb oder doppelt so hoch ausfällt. Deshalb ist die Bandbreite zwischen pessimistischem und optimistischem Szenario oft aussagekräftiger als der Einzelwert.
P10 und P90 beschreiben die Bandbreite der Vorhersage. P90 ist das pessimistische Szenario, das mit hoher Wahrscheinlichkeit übertroffen wird; P10 ist das optimistische, das nur selten erreicht wird. Liegen beide dicht beieinander, ist die Wetterlage eindeutig und man kann auf die Prognose planen. Klaffen sie weit auseinander, ist der Tag unsicher – dann lohnt es sich, den Ladeplan konservativ zu rechnen.
Die interne Prognose des Solarmanagers läuft auch ohne Internet: Sie stützt sich auf den Sonnenstand am eigenen Standort, die konfigurierte Ausrichtung und Neigung der Module sowie auf die bisher gemessenen Erträge. Für aktuelle Wettermodelle und den optionalen Dienst Solcast wird eine Verbindung nach außen gebraucht. Fällt das Internet aus, rechnet das System mit der internen Prognose weiter.
Die Simulation legt die erwartete Erzeugungskurve über den geplanten Verbrauch und zeigt Stunde für Stunde, was passieren wird: wann die Wallbox lädt, wann der Speicher gefüllt wird, wann eingespeist wird und wann Netzbezug nötig ist. Beim Laden beantwortet sie damit die praktische Frage, wann das Auto voll ist – noch bevor der Ladevorgang beginnt.
Ja. Der Solarmanager vergleicht die Vorhersage laufend mit dem gemessenen Ertrag und passt das Modell an die eigene Anlage an – an Verschattung, Modulverschmutzung und das Verhalten des Wechselrichters bei Teillast. Verschattung erkennt er je PV-String und Sonnenstand, automatisch und ohne Einstellung. Diese Korrekturen lassen sich aus keinem allgemeinen Wettermodell ableiten.
Für die reine Überschussregelung reicht die Messung. Die Prognose wird gebraucht, sobald vorausgeplant werden muss: Soll der Speicher morgens sofort geladen werden oder reicht der Nachmittag? Muss heute Nacht günstiger Netzstrom gezogen werden, damit das Auto morgen früh voll ist? Diese Entscheidungen lassen sich nur mit einer Erwartung für die kommenden Stunden treffen.
Nach wenigen Tagen zeigt der Abgleich mit den Ist-Daten, wie gut die Vorhersage für dein Dach trifft.