Wer nach Erfahrungen sucht, will wissen, was zwischen Produktversprechen und Alltag übrig bleibt. Diese Seite sammelt genau das: was ein Energiemanagement realistisch bringt, wie viel Arbeit es macht, was regelmäßig schiefgeht – und was in Deutschland zusätzlich zu beachten ist.
Jede selbst genutzte kWh ist die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung wert.
| Ausstattung | Effekt | Grund |
|---|---|---|
| Nur Grundlast | gering | Kaum etwas verschiebbar. Vor allem Transparenz. |
| + Batteriespeicher | spürbar | Akku nach Prognose erst nachmittags laden. |
| + Elektroauto | am größten | Steht tagsüber zu Hause und nimmt zweistellige kWh pro Tag auf. Eine der größten flexiblen Lasten. |
| + Wärmepumpe / Heizstab | gut im Sommer | Warmwasser im Sommer. Im Winter wenig Überschuss. |
Belastbar wird das erst mit eigenen Zahlen. Genau dafür gibt es die Jahresauswertung: Sie trennt Einspeisung, Direktverbrauch, Netzbezug und Akku-Umsatz und rechnet das laufende Jahr fort. Wer vorher und nachher vergleicht, sieht den Unterschied statt ihn zu schätzen.
Lizenzkosten: keine (siehe Kosten). Der Aufwand ist Zeit, vor allem am Anfang.
| Phase | Was zu tun ist | Größenordnung |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Schnittstellen prüfen, Modbus am Wechselrichter freischalten, IP-Adressen festlegen | ein bis zwei Stunden |
| Installation | Gerät aufsetzen, Setup-Skript laufen lassen | wenige Minuten |
| Einrichtung | Assistent durchgehen, Geräte einbinden | je nach Umfang ein Abend |
| Einregeln | Prioritäten setzen, Grenzwerte anpassen, beobachten, nachjustieren | verteilt über die ersten zwei bis vier Wochen |
| Laufender Betrieb | Updates einspielen, gelegentlich ins Log sehen | wenige Minuten im Monat |
| Anlassbezogen | neues Gerät einbinden, nach Firmware-Update nachkonfigurieren | jeweils eine knappe Stunde |
Wer ein System ohne eigene Pflege will, ist mit einem gekauften besser bedient (siehe HEMS ohne Abo).
Fehler liegen fast nie an der Regelung, sondern an der Verbindung zu einem Gerät. Diese fünf Fälle machen den Großteil aus:
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Wechselrichter oder Wallbox nicht erreichbar | Neue IP-Adresse nach Router-Neustart | Allen beteiligten Geräten im Router eine feste Adresse zuweisen. Das ist der wichtigste Handgriff. |
| Schnittstelle plötzlich aus | Firmware-Update hat Modbus (Wechselrichter) oder lokale API (Wallbox) deaktiviert | Schnittstelle wieder einschalten, siehe Huawei Modbus TCP und go-e Charger. |
| Ladeleistung springt | Überschussfunktion von Wallbox oder Wechselrichter läuft parallel | Nur eine Instanz regeln lassen, die andere abschalten. |
| Auto lädt an trüben Tagen nicht | Mindestens 6 A (etwa 1,4 kW einphasig) schreibt die Ladenorm vor | Erwartung anpassen, siehe PV-Überschussladen mit der Wallbox. |
| Akku abends nur halb voll | Prognose liegt an wechselhaften Tagen daneben | Ladeplan nicht blind auf den Einzelwert stellen. Die Bandbreite zwischen P10 und P90 beachten. |
Der Rechtsrahmen bestimmt, was sich lohnt. Die folgenden Punkte sind eine Einschätzung, keine Rechtsauskunft. Verbindlich sind die Angaben des Netzbetreibers und der aktuelle Gesetzestext.
Der Abstand zwischen beiden ist der wirtschaftliche Grund für Eigenverbrauchsoptimierung. Bei Neuanlagen ist praktisch jede selbst genutzte Kilowattstunde mehr wert als eine eingespeiste.
Wallboxen, Wärmepumpen und Speicher ab einer bestimmten Leistung werden beim Netzbetreiber angemeldet und dürfen im Bedarfsfall gedrosselt werden. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte, teils mit günstigen und teuren Zeitfenstern für die Planung.
In Stunden mit negativen Börsenpreisen kann die Einspeisevergütung entfallen; ob das für deine Anlage gilt, hängt von Inbetriebnahmedatum und Anlagengröße ab. Details unter negative Strompreise und § 51 EEG.
Mit Tibber oder aWATTar entscheidet das System anhand von Börsenpreis und PV-Prognose, ob nachts zugeladen oder auf die Sonne gewartet wird. Ohne solchen Tarif regelt es rein nach Überschuss.
Unabhängig davon: Arbeiten an der Elektroinstallation – Wallbox, Zähler, Heizstab – gehören zu einer Elektrofachkraft und sind beim Netzbetreiber anzumelden. Das gilt für jedes Energiemanagement.
Das hängt vor allem von der flexiblen Last ab. Ohne Speicher und steuerbare Verbraucher liegt der Eigenverbrauch oft bei etwa einem Viertel bis einem Drittel der Erzeugung; mit Speicher, Wallbox und Warmwasser sind deutlich höhere Anteile erreichbar. Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause steht, ist eine der größten flexiblen Lasten im Haushalt.
Die Installation per Skript dauert wenige Minuten, die Einrichtung der Geräte je nach Umfang einen Abend. In den ersten Wochen justierst du Prioritäten und Grenzwerte nach. Danach genügen gelegentliche Updates und ein Blick ins Log.
Meist ist ein Gerät nicht erreichbar, weil es eine neue IP-Adresse bekommen oder ein Firmware-Update seine Schnittstelle deaktiviert hat. Außerdem stören sich zwei Systeme, wenn etwa die Überschussfunktion der Wallbox-App parallel zum Energiemanagement regelt.
Hier stehen bewusst keine Nutzerstimmen oder Bewertungen, weil dafür keine belastbare Grundlage vorliegt. Die Angaben stammen aus dem Betrieb der eigenen Anlage. Für Austausch und Fragen gibt es die Kontaktseite und das Projekt auf GitHub.
Ja. Die Software ist deutschsprachig und auf Einspeisevergütung nach EEG, dynamische Tarife wie Tibber oder aWATTar, negative Börsenpreise nach § 51 EEG und steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ausgelegt. Weil sie lokal läuft, funktioniert sie auch in Österreich oder der Schweiz; dort unterscheiden sich die regulatorischen Details.
Wechselrichter und Wallbox brauchen lokale Schnittstellen; das vorab prüfen. Es gibt keinen Support-Anspruch und keine Gewährleistung. Arbeiten an der Elektroinstallation gehören zu einer Fachkraft.
Der ehrlichste Erfahrungsbericht ist der eigene. Die Installation per Skript dauert wenige Minuten, die Einrichtung der Geräte je nach Umfang einen Abend.