Go-e Charger PV-Überschuss ohne Controller

Für Überschussladen verkauft go-e den go-e Controller als Zusatzgerät am Zählerschrank. Nötig ist er nicht: Der Go-e Charger bringt eine dokumentierte lokale HTTP-API mit und lässt sich stufenlos regeln. Den Rest – Messung, Rechnung, Ladestromvorgabe – übernimmt der Solarmanager in Software, im eigenen Netzwerk und ohne Umweg über die Hersteller-Cloud.

Warum es ohne go-e Controller geht

Mit go-e Controller

  • • Zusätzliches Gerät, Anschaffungskosten
  • • Einbau im Zählerschrank, in der Regel durch eine Elektrofachkraft
  • • Kennt nur den Zählerpunkt, nicht die übrige Anlage
  • • Regelt die Wallbox, aber keine anderen Verbraucher

Mit Solarmanager, ohne Controller

  • • Keine Zusatzhardware – läuft auf Raspberry Pi oder in Docker
  • • Kein Eingriff in die Elektroinstallation
  • • Messwerte direkt vom Wechselrichter oder Energiezähler
  • • Priorisiert Wallbox, Speicher, Wärmepumpe und Heizstab gemeinsam

Was du stattdessen brauchst

  • 1. Eine Messquelle für Erzeugung und Hausverbrauch – etwa Huawei per Modbus TCP, SMA, ein SunSpec-Gerät oder einen auslesbaren Energiezähler
  • 2. Den Go-e Charger im gleichen Netzwerk, mit aktivierter HTTP API v2
  • 3. Den Solarmanager als lokale Installation dazwischen

Der Controller lohnt nur, wenn keine andere Messquelle vorhanden ist.

Warum der go-e Charger gut passt

Einrichtung in drei Schritten

1

HTTP API v2 aktivieren

In der go-e App unter Einstellungen → API die HTTP API v2 einschalten. Ohne diesen Schalter nimmt die Wallbox keine Steuerbefehle aus dem lokalen Netz an.

2

Wallbox ins gleiche Netzwerk

Der go-e Charger muss im selben Netz wie der Solarmanager erreichbar sein. Praxistipp: Im Router eine feste IP-Adresse oder eine DHCP-Reservierung vergeben. Andernfalls wechselt die Adresse irgendwann und die Regelung greift ins Leere.

3

IP im Solarmanager eintragen

Die IP-Adresse der Wallbox in den Solarmanager-Einstellungen hinterlegen. Danach erscheint der go-e Charger als regelbarer Verbraucher und lässt sich in die Prioritätenliste einordnen – etwa hinter dem Batteriespeicher oder vor dem Heizstab.

Die vollständigen Einrichtungshinweise samt aller anderen Wallboxen stehen unter unterstützte Geräte.

Wie die Überschussregelung arbeitet

Der Solarmanager misst laufend die PV-Erzeugung am Wechselrichter – etwa Huawei per Modbus TCP, SMA oder ein SunSpec-Gerät – und zieht den Hausverbrauch ab. Aus dem verbleibenden Überschuss errechnet er den zulässigen Ladestrom und schickt ihn an den go-e Charger.

Was dabei beachtet wird

  • • Untergrenze von 6 A – darunter wird nicht geladen, sondern gewartet
  • • Start- und Stoppschwellen mit Mindestlaufzeit, damit Wolken keinen Ladeabbruch auslösen
  • • Priorität gegenüber Batteriespeicher und Heizstab, frei konfigurierbar
  • • Optional der Ladestand des Fahrzeugs, wenn eine Fahrzeug-API angebunden ist
  • • Optional die Preise eines dynamischen Tarifs für Netzstrom in günstigen Stunden

An bewölkten Tagen reicht reines Überschussladen unter Umständen nicht. Dafür gibt es das optimierte Laden: Der Solarmanager plant mit PV-Prognose und Abfahrtszeit und lädt notfalls rechtzeitig aus dem Netz nach.

Häufige Fragen zum Go-e Charger ohne Controller

Brauche ich für PV-Überschussladen einen go-e Controller?

Nein. Der Solarmanager liest Erzeugung und Hausverbrauch direkt am Wechselrichter oder Energiezähler – etwa per Modbus TCP oder SunSpec – und gibt den Ladestrom über die lokale HTTP API v2 vor. Damit lädt der Go-e Charger PV-Überschuss ohne Controller, ohne Elektriker-Einbau und ohne zusätzliche Hardwarekosten.

Was unterscheidet die Regelung ohne Controller von der mit Controller?

Der go-e Controller kennt nur den Zählerpunkt und regelt nur die Wallbox. Der Solarmanager kennt die gesamte Anlage: Er priorisiert die Wallbox gegen Batteriespeicher, Wärmepumpe oder Heizstab, nutzt die PV-Prognose für optimiertes Laden und bezieht dynamische Strompreise ein.

Welche go-e-Charger-Modelle werden unterstützt?

Alle Modelle, welche die lokale HTTP API v2 anbieten – dazu gehören die aktuellen Generationen von go-e Charger HOME, HOMEfix und Gemini. Entscheidend ist nicht die Modellbezeichnung, sondern dass sich die HTTP API v2 in der go-e App aktivieren lässt. Bei sehr alten Geräten mit ausschließlich API v1 fehlt diese Option.

Brauche ich einen go-e Account oder die go-e Cloud?

Nein. Der Solarmanager spricht die Wallbox ausschließlich über ihre lokale IP-Adresse im eigenen Netzwerk an. Für die Steuerung ist kein go-e Account, kein Cloud-Zugang und keine Internetverbindung erforderlich. Die go-e App brauchst du nur einmalig, um die HTTP API v2 einzuschalten.

Wie fein kann der Ladestrom geregelt werden?

Der go-e Charger erlaubt eine stufenlose Ladestromregelung im normkonformen Bereich ab 6 Ampere. Der Solarmanager passt den Strom laufend dem verfügbaren PV-Überschuss an. Unter 6 Ampere ist Laden technisch nicht möglich – das entspricht rund 1,4 kW einphasig beziehungsweise 4,1 kW dreiphasig.

Schreibt man go-eCharger, go-e Charger oder goE?

Alle Varianten meinen dasselbe Gerät. Der Hersteller schreibt sich go-e, das Produkt erscheint je nach Quelle als go-eCharger, go-e Charger, Go-e Charger oder abgekürzt goE. Für die Einrichtung im Solarmanager macht das keinen Unterschied.

Go-e Charger ohne Controller anbinden

Der Solarmanager läuft auf einem Raspberry Pi oder in Docker – kostenlos, ohne Abo und ohne zusätzliche Hardware am Zählerschrank.