Bei negativen Börsenpreisen gibt es für eingespeisten Strom nichts. Ein Energiemanagement, das diese Zeiten kennt, nutzt den Strom im Haus.
Wenn viel Sonne und Wind auf geringe Nachfrage treffen, rutscht der Börsenpreis ins Negative – Strom kostet dann nicht mehr Geld, sondern muss abgenommen werden. Für PV-Betreiber hat das eine unmittelbare Folge: § 51 EEG, im Zuge des Solarspitzengesetzes verschärft, streicht in diesen Stunden die Einspeisevergütung.
Die Anlage speist weiter ein, nur ohne Vergütung. Der Verlust fällt erst in der Jahresabrechnung auf.
Ob dich das betrifft
Das hängt von Inbetriebnahmedatum und Größe deiner Anlage ab und richtet sich nach der jeweils geltenden Fassung des EEG. Verbindlich klären lässt sich das nur über deinen Netzbetreiber oder Direktvermarkter – diese Seite kann und will das nicht ersetzen. Im Solarmanager wird die Nullvergütung deshalb pro Vertragsperiode hinterlegt und nicht pauschal angenommen.
Der Solarmanager behandelt eine Stunde nur dann als unvergütet, wenn beide Bedingungen erfüllt sind. So schaltet er nicht bei Anlagen um, die nicht unter § 51 fallen.
Bedingung 1
Die Day-Ahead-Preise kommen von Tibber oder aWATTar. Sie liegen für den Folgetag vor. Die Planung kann also vorausrechnen statt nur zu reagieren.
Bedingung 2
Als Eigenschaft der Vertragsperiode am Einspeisetarif hinterlegt. Wechselt der Vertrag, wechselt die Regel mit – ältere Zeiträume bleiben korrekt gerechnet.
Liegen keine Day-Ahead-Preise vor, arbeitet die 48-Stunden-Vorausschau mit einer Heuristik für Wochenenden und Feiertage – den Tagen, an denen negative Preise am wahrscheinlichsten sind. Sobald echte Preise verfügbar sind, haben diese Vorrang.
Der Preis je Stunde, getrennt in Arbeitspreis und sonstige Kosten. Die Durchschnittslinien zeigen, wo die laufende Stunde im Tagesvergleich steht – daraus entsteht die Bewertung, die der Planung zugrunde liegt.
Die naheliegende Maßnahme – in der unvergüteten Stunde alles einschalten, was Strom nimmt – ist nur eine von vier. Die interessanteren betreffen die Stunden davor.
In der unvergüteten Stunde lädt der Batteriespeicher sofort. Der Heizstab geht auf Maximaltemperatur, wenn zusätzlich netzdienliches Laden aktiv und der Endkundenpreis negativ ist. Im Lademodus Sonne + Akku entlädt der Akku ins Auto.
Der unscheinbarste und wirksamste Mechanismus: Steht das Negativfenster heute noch bevor, wird das Laden von Speicher und Heizstab davor gesperrt. Sonst wäre der Speicher voll, wenn er als Senke gebraucht würde – die Aufnahmefähigkeit wird bewusst für das Fenster aufgespart.
Bei einem dynamischen Tarif mit stündlicher Abrechnung ist Strom in dieser Stunde besonders günstig. Dann darf der Speicher auch aus dem Netz laden und die Wärmepumpe hochfahren, ohne auf PV-Überschuss zu warten. Nach dem Fenster gehen die Solltemperaturen automatisch zurück auf ihre normalen Werte.
Sind in den nächsten zwei Tagen unvergütete Stunden absehbar und hat das Fahrzeug sein Kalender-Ladeziel schon erreicht, verschiebt der Solarmanager das Volladen in diese Stunden. Das Auto wird also nicht sofort auf 100 % gebracht, sondern dann, wenn die Energie ohnehin nichts einbringt. Mehr zur Ladeplanung.
Negative Preise sind der Extremfall. Der allgemeinere Gedanke dahinter heißt netzdienliches Laden: Verbrauch dorthin verschieben, wo Strom im Überfluss vorhanden und deshalb günstig ist. Das entlastet das Netz und den eigenen Geldbeutel gleichzeitig.
Der Solarmanager bestimmt dazu die günstigsten Stunden des Tages. Gehört die aktuelle Stunde dazu, dürfen Wallbox und Batteriespeicher auch mit Netzbezug laden. Der Heizstab bleibt dabei bewusst aus – er ist eine Komfort-Senke, bei der sich der Netzbezug wirtschaftlich nicht rechnet. Ausnahme: Ist die Stunde nach § 51 EEG unvergütet und der Endkundenpreis negativ, heizt er auf Maximaltemperatur.
Plan-Vorschau über 161 Stunden: je Stunde Preis, PV-Prognose und Klassifikation — daneben, was Wallbox, Akku und Heizung tun werden, jeweils mit Begründung. Oben die aktiven Rahmenbedingungen, hier § 51 aus und netzdienliches Laden aktiv.
Netzdienliches Laden greift zusätzlich zum PV-Überschussladen, nicht an dessen Stelle. Eigener Solarstrom bleibt immer die erste Wahl – Netzbezug kommt nur dann ins Spiel, wenn er günstiger ist als das Warten.
Der Solarmanager führt die unvergütete Einspeisung als eigene Größe – stündlich und tagesweise – und rechnet daraus den verlorenen Vergütungsbetrag aus.
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Einspeisung gesamt | alle ins Netz abgegebenen Kilowattstunden |
| davon unvergütet | Anteil, der in Nullvergütungsstunden fiel |
| Ertrag Einspeisung | nur der tatsächlich vergütete Anteil |
| verlorener Ertrag | unvergütete Menge × Einspeisevergütung |
Der Jahresertrag weist damit nicht mehr aus, was rechnerisch hätte herauskommen sollen, sondern was tatsächlich vergütet wurde – und daneben, was die Regelung gekostet hat. Erst mit dieser Zahl lässt sich beurteilen, ob ein größerer Speicher oder eine andere Priorisierung sich rechnen würde.
§ 51 EEG regelt, dass in Stunden mit negativen Börsenpreisen keine Einspeisevergütung gezahlt wird. Wer in diesen Stunden einspeist, verschenkt den Strom – die eingespeisten Kilowattstunden bleiben unvergütet. Ob und ab wann deine Anlage betroffen ist, hängt von Inbetriebnahmedatum und Anlagengröße ab und richtet sich nach der jeweils geltenden Fassung des EEG. Verbindlich klären lässt sich das über den Netzbetreiber oder Direktvermarkter.
Eine Stunde, in der eingespeister Strom nicht vergütet wird. Der Solarmanager wertet eine Stunde nur dann so, wenn der Day-Ahead-Spotpreis negativ ist und für die gültige Vertragsperiode die EEG-Nullvergütung hinterlegt ist.
Der Batteriespeicher lädt sofort, statt dass der Überschuss unvergütet ins Netz geht. Vor dem Negativfenster sperrt der Solarmanager das Laden, damit die Aufnahmefähigkeit für das Fenster frei bleibt. Über eine 48-Stunden-Vorausschau verschiebt er zudem das Volladen des Fahrzeugs in die unvergüteten Stunden.
Ja, wenn du einen dynamischen Tarif mit stündlicher Abrechnung hast. Dann darf der Speicher im Negativfenster aus dem Netz laden und die Wärmepumpe ohne PV-Bedingung hochfahren. Ohne stündlich abgerechneten Tarif bleibt es bei der Überschussnutzung, weil Netzbezug keinen Preisvorteil bringt.
Beim netzdienlichen Laden verschiebt der Solarmanager den Verbrauch in die günstigsten Stunden des Tages. Gehört die aktuelle Stunde zu den günstigsten, dürfen Wallbox und Speicher auch mit Netzbezug laden. Der Heizstab bleibt dabei bewusst aus – er ist eine Komfort-Senke, für die sich Netzbezug wirtschaftlich nicht rechnet. Ausnahme: Ist die Stunde nach § 51 EEG unvergütet und der Endkundenpreis negativ, heizt er auf Maximaltemperatur.
Ja. Der Solarmanager führt die unvergütete Einspeisung als eigene Größe, pro Stunde und pro Tag, und rechnet daraus den verlorenen Vergütungsbetrag. Der Jahresertrag weist vergüteten und unvergüteten Anteil getrennt aus.
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